Freitag, der 10.12. 2010
Einleitung und Begriffsbestimmung

[im HAW-Gebäude in der Alexanderstraße 1]
17:00-19:30 (von der Vorbereitungsgruppe)

1. Begrüßung und Verkündung des Ablaufplans

2. Einführung ins Thema: Migration, Integration und Rassismus. Wie werden diese Begriffe – im Rahmen der aktuellen Debatte in Deutschland – öffentlich benutzt und was sollen sie bezwecken?

3. Let’s talk about Rassismus: Einführung in die Grundlagen des Rassismus: Entstehung, Formen und Funktionen.

4. Was ist antimuslimischer Rassismus? Einführende Darstellung in eine zur Zeit sehr weit verbreitete Form des Rassismus.


Samstag, der 11.12. 2010

Thematische Vertiefung

[im HAW-Gebäude im Berliner Tor 5]

I. Vortrag

10:00-12:00 Die Darstellung des Islams in den Medien (Dr. Sabine Schiffer)
Das lange kultivierte negativ-stereotype Islambild hilft eine sog. Sicherheitsgesetzgebung voran zu treiben, sowie die Bereitschaft für Kriege zu erreichen oder zumindest aktiven Widerstand dagegen zu verhindern. Dazu dienen unsere Medien häufig als Vehikel und deshalb ist für Medienmacher wie Mediennutzer gleichermaßen eine kritische Medienkompetenz erforderlich: Zur Dekonstruktion medialer Präsentationstechniken gehört aber auch die kritische Selbstreflektion über allgemeine Wahrnehmungsmechanismen.

12:00-12:30
Vorstellung der Workshops durch deren Leiter_innen

12:30-14:00
Mittagspause und warmes Essen gegen Spende

II. Workshop Phase

14:00-19:00 (inkl. Pause)
(alle Workshops finden parallel statt)

1. Der Integrationsdiskurs als ein rassistischer Diskurs? (Dr. Manuela Bojadzijev)
Integration ist der seit Jahren erfolgreichste Begriff, wenn es darum geht, Fragen der Einwanderungsgesellschaft in Deutschland zu diskutieren. Woher kommt der Begriff? Wann ist er aufgetaucht? Was sagt Integration eigentlich? Wie ist das in anderen Ländern Europas? Tarnt er die aktuelle Konjunktur des Rassismus? Wollen wir den Begriff abschaffen?

2. Zur Auseinandersetzung mit Orientalismus und antimuslimischen Rassismus aus interkultureller und antirassistischer Perspektive (Dr. Iman Attia) Handlungskonzepte zum Umgang mit antimuslimischem Rassismus unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht. Auch wenn ihre Ziele erst einmal ähnlich erscheinen, stellt sich bei genauerem Hinsehen heraus, dass Zielgruppen, Inhalte, Methoden und Haltungen andere sind – und damit letztlich auch die Wirkungen. Im Workshop werden – an Hand von Beispielen und zentralen Aussagen – die Spezifika der Ansätze herausgearbeitet und diskutiert. Dabei interessiert insbesondere, ob und wie sie in der Lage sind, dem antimuslimischen Rassismus adäquat und nachhaltig zu begegnen.

3. Anti-muslimischer Rassismus und Außenpolitik
Prof. Gazi Caglar hat krankheitsbedingt abgesagt.
Franziska Lindner (Mitorganisatorin der Veranstaltung „Wer hat Angst vor Kopftuchmädchen?“ 2010 in Leipzig, DieLinke.SDS) kann den Workshop glücklicherweise übernehmen!

4. Anti-muslimischer Rassismus und Antisemitismus (Dr. Sabine Schiffer)
Das Erkennen von Parallelen und Unterschieden des antimuslimischen Rassismus im Vergleich mit dem Antisemitismus des ausgehenden 19. Jahrhunderts, kann helfen, rassistische Muster in dem auszumachen, was oft verallgemeinernd unter „Islamkritik“ firmiert. Neben einem genauen Definitionsversuch, wird es um die Einschätzung des aktuellen Ausgrenzungsdiskurses gehen.

5. „Postliberaler Rassismus“ (Dr. Vassilis Tsianos mit Unterstützung von Hasal Budak.)
War das corpus delicti des „Neo-Rassismus“ die kulturalistische Trope der Unvereinbarkeit von Kulturen, so ist es für den postliberalen Rassismus die proaktive „Vervielfältigung der Grenzen“ innerhalb der liberalen Politiken der Bürgerschaft. Postliberale rassistische Strategien operieren wesentlich fluider als jene des traditionellen Rassismus, der sich auf solch naturalisierende Kategorien wie den biologistischen „Rasse“-Begriff berief und über die offene und strukturelle Gewalt der Segregation und der Exklusion operierte. Die Rassismen der Gegenwart fluktuieren vielmehr auf eine spezifische Weise zwischen biologistischen und kulturalistischen Markierungen von Überlegenheit und Inferiorität. Sie operieren mittels der Rekombination egalitärer Ideologeme der feministischen Disziplinierung des migrantischen Subjekts, eines homonormativen Nationalismus, neolaizistischer Anti-Religiosität und durch urbane Paniken.

III. Zusammenfassung der Erkenntnisse

19:00-20:30

Sonntag, der 12.12.2010
Beispiele aus der Antirassistischen Praxis

[im HAW-Gebäude in der Alexanderstraße 1]

I. Antirassistische Initiativen & antirassistischer Widerstand

11:00-13:00
Reach out Berlin Beratungsstelle für Opfer rassistischer Gewalt in Berlin
Jugendliche ohne Grenzen Bundesweiter Zusammenschluss von jugendlichen Flüchtlingen
Integration? Nein, danke! Plattform gegen Rassismus
Phoenix e.V.Für eine Kultur der Verständigung

II. Feedback und Mittagspause

13:00-15:00

III. „EDUTAINMENT ATTACKE!“

15:00-16:30
Rassismuskritische Stand-Up Comedy mit Noah Sow und Mutlu Ergün
In einer 90minütigen Edutainment-Showmit Quiz, Stand-Up, Rap, Lesung und Satire geht es unter Anderem, was man auf die Frage „wo kommst du heeeer?“ alles antworten kann und ob Europäer über mehr genetische Vielfalt als Fruchtfliegen verfügen.

Allgemeine Informationen

- Alle Veranstaltungen finden auf dem Campus Berliner Tor der HAW Hamburg statt.
- In welchem Gebäude und in welchen Räumen, wird hier auf dem Blog und vor Ort bekannt gegeben.
- Das ganze Wochenende wird ein Bücher- und Infotisch im Foyer stehen.
- Wir werden am Wochenende Verpflegung in Form Snacks und Getränken gegen Spende anbieten.
- Eine vorab Anmeldung für die Workshops auf dem Blog wird erbeten.
- Zur inhaltlichen Vorbereitung empfehlen wir den Seminar-Reader. Download hier

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • FriendFeed
  • LinkedIn
  • MySpace
  • Posterous