Archiv für Februar 2011

WDR Funkhaus Europa

Der Journalist vom WDR Funkhaus Europa Orhan Çalisir war bei unserem Wochenendseminar dabei. Freundlicherweise hat er uns seinen Radiobeitrag zur Verfügung gestellt. Er ist auf türkisch. Viel Spaß beim Hören!

Beitrag vom WDR Funkhaus Europa über das Wochenendseminar AMR

Übersetzung:
„Viele bekannte Experten und Akademiker wurden als Redner des „Wochenendseminars zu antimuslimischen Rassismus“ eingeladen. Die Teilnehmer bestanden überwiegend aus Studierenden und Oberschülern.

Remziye geht auf die Berufsfachschule und sagt, dass sie ständigem Rassismus ausgesetzt sei.
Remziye: ‚Der Lehrer liest vor der Klasse einen Artikel ‚über Scharia und so was‘ und dann sagt er, dass es im Islam keine Frauenrechte gebe, dass der islam schlecht sei zu den Frauen und dass Frauen so und so unterdrückt würden… Das alles erzählt er, während er mich anguckt, weil ich die Einzige mit Kopftuch in der Klasse bin.‘

Moderator: Remziye sagt weiterhin, dass sie mehrmals mit Ihrer Lehrerin gesprochen und diskutiert habe, es jodch nichts an den Ansichten der Lehrerin verändert habe. Remziye denkt, dass ihre Lehrerin ein falsches Wissen über den Islam habe und sie deswegen so denke.

Dr. Sabine Schiffer vom Institut für Medienverantwortung sagt hingegen, dass Rassismus nicht aufgrund von Unkenntnis anderer Religionen und ethnischer Gruppen hervorgehe.

Dr. S. Schiffer: [deutsch]

Der Moderator: S. Schiffer sagt, dass antiislamischer Rassismus sogar von einem Politiker hervorgehen könne, der zum Beispiel von dem Angriff auf eine Moschee missbilligend redet. Neben solcher Missbilligungen werden jedoch auch Aufrufe gemacht, die die Muslime dazu aufrufen, sich an die Gesetze in Deutschland zu halten. Indirekt würde darauf hingewiesen, daß die Moscheen deswegen angegriffen würden, weil die Moslems sich hier nicht an die Regeln halten! Und Sie verweist darauf, das genau diese Message rassistisch sei.

Die Teilnehmerin, Canan Bayram, Studentin der Islamwissenschaft und Politikwissenschaft, beklagt sich über alltäglichen Rassismus der zu unerwarteter Zeit von unerwarteten Personen kommt.

C. Bayram: ‚Der Rassismus, dem ich begegne ist meistens aufgrund meines Kopftuchs. Aufgrund des Kopftuchs halten mich viele für eine Hausfrau. In letzter Zeit tritt es gehäuft auf. Diese Islamophobie ist inzwischen so in den Alltag integriert, dass man sich nach einer Weile daran gewöhnt…‘

Die Profesorin Iman Attia ist der Meinung, dass der Wunsch der Politiker in Deutschland nach Integration und der Begriff „Integration“ ein Teil des Rassismus in der Gesellschaft und in der Presse ist.

Prof. Iman Attia: [deutsch]“

Danke an Meltem für die Übersetzung!

Asta nimmt seinen Imagefilm „Inside Asta“ vom Netz

UPDATE: Die Dokumentation des Abends inklusive Film „Inside Asta“ ist nach der Zensur durch den Asta wieder abrufbar!

Aufführung des AStA Image-Films from Redaktion StuPa-News on Vimeo.

Der Asta hat tatsächlich den Film, den er produziert hat vom Netz nehmen lassen http://www.youtube.com/watch?v=VWiUdUz14Dk

Der Film war bei der Filmvorführung JEDEM Menschen zugänglich, man musste keinen Eintritt zahlen. Der Film gehört auch uns Studierenden, weil wir ihn mitfinanziert haben und das nicht zu knapp. Dass der Asta diesen Film vom Netz nehmen lässt, bestätigt nur unseren Verdacht, dass er nicht kritikfähig ist und jedwede Kritik an dem Film von sich weist und eine weitere Verbreitung der Kritik unterbinden möchte. Es bestätigt daher auch generell unsere Einschätzung, dass der Asta eine ganz eigene Definition von „Demokratie“ hat. Das beweist also nicht nur die Involvierung und Unterstützung intransparenter universitärer Strukturen, wie beispielsweise die Präsidentenwahl, sondern eben auch so etwas wie Filme vom Netz zu nehmen, als wären sie Sony Music Entertainment und auch bei denen ist das absolut lächerlich. Die Angst vor der Bedrohung aus dem Internet hat den Asta also auch gepackt. Eine verzweifelte Tat. Dafür lachen wir Euch aus!

Um weiteres in Bezug auf den AStA-Film zu planen wird sich am 14. Februar um 18:00 Uhr im studentischen Cafè „Sub-Paraoia“ (Von-Melle-Park 8/ Uni HH) getroffen.

Protest im Abaton Kino

Wir sind froh, dass etwa 150 Studierende und Demonstranten ins Abaton Kino gekommen sind, um sich gegen den rassistischen Imagefilm des Asta auszusprechen.
Verschiedene Gruppierungen an der Uni haben im Vorfeld der Filmvorführung gegen diesen Film mobilisiert. Teile unserem Orga-Kreis des „AMR-Wochenende“, Anti(ra)²dio, Fachschaftsrat Erziehungswissenschaft, GEW-Studis , Liste LINKS, harte zeiten – junge sozialisten, der braune mob e.v., und das Black Student Network und im Studierendenparlament wurde von der Opposition der Antrag „Rassismus ist kein Werbegag“ gestellt.

Hinter dem rassistischen Film steckt der Asta der Uni Hamburg und damit folgende Hochschulgruppen: die Jusos (die Hochschulgruppe der SPD), die Liberalen, die Geisteswissenschaftliche-Liste, die Jura-Liste, die EPB-Liste und die WiWi-Liste. Wir raten davon ab, eine dieser Listen bei den nächsten Wahlen des Studierendenparlaments zu wählen, da sie keine politische Arbeit leisten und wir niemanden im Asta sitzen haben wollen, der nichts verwerfliches an der Reprodutkion von Steorotypen innerhalb universitärer Strukturen findet. Wir schließen uns der Meinung des Black Students Networks an, der im Kinosaal u.a. verlauten ließ: „Wir fühlen uns durch diesen Asta NICHT repräsentiert!“

Nachdem uns der Programmdirektor des Abatons Matthias Elwardt verboten hat, im Kinosaal vor Filmbeginn den Film zu kommentieren, mussten wir uns dieses Recht nehmen, da bereits die Pressemitteilung des Asta zu dem Film und die Fotos dazu eindeutig rassistisch sind.

Fazit des Abends: Der Asta und sein „Kulturbeauftragter“ Timo Hempel zeigen sich uneinsichtig, weisen Vorwürfe des Rassismus zurück. Unterstellen uns, den Gegnern des Films, dass wir diesen Film bewusst missverstehen WOLLEN. Der Asta hat am Ende des Abends nicht verstanden, dass dieser Film nicht misszuverstehen ist! Zu deutlich sind die sexistischen und rassistischen Klischees, die im Film nicht aufgelöst werden.

Da der Asta, als universitäres Gremium, nicht erkennt, dass wir innerhalb rassistischer Strukturen leben, die der Asta mit diesem Film stark forciert, müssen wir weiterhin die TrägerInnen von Rassismen entlarven und kennzeichnen. Nur so, können wir gegen Rassismus vorgehen.

Das berichten andere von der Filmvorführung des Asta im Abaton:

Black Students Network

Der Blog mit Neuigkeiten aus dem Studierendenparlament mit zwei Beiträgen: Stupanews und hier

Indymedia

LINKE.SDS

GEW-Studis

Erklärung der AG Queer Studies

Eine dreiteilige Videodokumentation des Abends findet Ihr auf youtube, inklusive des viel besprochenen Films (Teil 2)
Teil 1 Teil 2 Teil 3

Protest im Abaton Kino

Wir treffen uns am Donnerstag, d. 03.02. um 18.30 Uhr vor dem Abaton. Es gibt auch andere Gruppierungen, die sich gegen den rassistischen Asta Imagefilm aussprechen. Gemeinsam haben wir diesen Flyer erstellt.